Helmut Jahn

HELMUT JAHN · 1936–2013

Der Blick
des Künstlers

Mit Brille, Bart und unverwandtem Blick eröffnet ein als Selbstporträt überliefertes Werk die Seite. Ob Jahn sich selbst meinte, bleibt archivalisch offen — angeschaut wird man gleichwohl.

Nahansichtiges gemaltes Männergesicht mit Brille, langem dunklem Haar und Bart in Blau-, Braun- und Orangetönen.
Als Selbstporträt überliefertes Werk, Arbeitstitel; Titel und Einzelzuordnung in archivalischer Prüfung. Ein Porträtfoto mit geklärten Rechten liegt für diese Fassung nicht vor. © Nachlass Helmut Jahn

LEBEN

Ein Leben für
Bild und Schrift

Helmut Jahn wurde 1936 in Budapest geboren. Nach der Flucht aus Ungarn studierte er von 1952 bis 1957 Schrift und Illustration an der Werkkunstschule Wiesbaden. Später arbeitete er freischaffend als Maler und Grafiker.

Zwischen 1970 und 1983 unterhielt er Ateliers in Frankfurt am Main und Offenbach. Ab 1983 gab er Kunstkurse an der Volkshochschule Frankfurt. Seit 1998 lebte er in Bad Orb und arbeitete dort auch mit Kindern und Jugendlichen. Im Willeminenhaus stand ihm ein Atelier zur Verfügung; Lehrangebote dort sind ab 2003 dokumentiert.

2008 erhielt Helmut Jahn den Kulturpreis des Main-Kinzig-Kreises für sein künstlerisches Lebenswerk. Er starb am 16. März 2013.

Was bleibt, ist kein geschlossenes Kapitel: Bilder, Zeichnungen, Objekte, Texte und Dokumente bilden einen Bestand, der weiterhin gelesen, geordnet und sichtbar gemacht wird.

BIOGRAFISCHE STATIONEN

Stationen eines Lebens

  1. Geboren in Budapest.

  2. Studium von Schrift und Illustration an der Werkkunstschule Wiesbaden.

  3. Beginn der freischaffenden künstlerischen Arbeit nach Jahren als Grafiker.

  4. Übersiedlung nach Bad Orb.

  5. „Augengarten“ in Hanau und im Frankfurter Hauptbahnhof.

  6. Kulturpreis des Main-Kinzig-Kreises für das künstlerische Lebenswerk.

  7. Gestorben am 16. März.

DAS WERK · DURCH ARBEITEN BELEGT

Farbe, Linie,
Bildkörper

Dunkler vierteiliger Bildkörper mit nahezu schwarzer, grau und blau changierender Oberfläche.
Epilog, Vierteiler, 250 × 550 cm. © Nachlass Helmut Jahn

Großformat

Bild als Körper

Der dokumentierte Vierteiler belegt Jahns Arbeit mit enormer Breite und serieller Anlage.

Schwarz-graue Aktzeichnung eines stehenden Mannes in Rückenansicht mit einer kleineren Figurenstudie rechts.
Aktzeichnung Mann, gerahmt. © Nachlass Helmut Jahn

Arbeit auf Papier

Linie als Konzentration

Die Figurenstudie zeigt die zeichnerische Seite des Werks, ohne Technik oder Datierung zu erfinden.

Kreuzförmige Installation aus mehreren gerahmten Bildtafeln mit wiederkehrenden Kreuzmotiven in Schwarz, Weiß, Rot und Gelbgrün.
Kreuz, Metallrahmen; Maße laut Quelle 2,97 × 2,52 m, H/B ungeklärt. Ausstellungsansicht. © Nachlass Helmut Jahn

Architektonischer Raum

Bild als Anordnung

Die Ausstellungsansicht belegt ein Interesse an Bildkörper, Architektur und serieller Montage.

ÖFFENTLICHER RAUM

Augengarten

Dokumentarische Schwarzweißaufnahme des 7 × 32 Meter großen Augengartens in der Halle des Frankfurter Hauptbahnhofs 2003.
„Augengarten“ im Frankfurter Hauptbahnhof, März 2003. Quelle: Landschaft bauen und gestalten 04/2003, S. 9. Foto-Rechtestatus: Prüfung offen.

Dokumentarische Presseaufnahme

Das 7 × 32 Meter große Monumentalbild „Augengarten“ wurde 2002 im Kontext der Landesgartenschau Hanau und 2003 im Frankfurter Hauptbahnhof gezeigt. Diese belegten Stationen machen anschaulich, wie Jahns Malerei den geschützten Bildraum verließ und in öffentliche Architektur eintrat.

2008 würdigte der Main-Kinzig-Kreis sein künstlerisches Lebenswerk mit dem Kulturpreis.

WEITERSEHEN

Das Werk bleibt
in Bewegung.

Die Werkschau öffnet das Lebenswerk für neue Betrachtungen, Ausstellungen und Sammlungen. Ausgewählte Arbeiten können direkt angefragt werden.

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KURZ ERKLÄRT

Helmut Jahn – Leben und Werk

Antworten auf häufige Fragen zum Maler und Grafiker Helmut Jahn – nicht zum gleichnamigen Architekten.

Wer war Helmut Jahn – der Maler, nicht der Architekt?
Helmut Jahn (1936–2013) war Maler und Grafiker. Er wurde in Budapest geboren, studierte von 1952 bis 1957 Schrift und Illustration an der Werkkunstschule Wiesbaden und arbeitete anschließend als Grafiker und freischaffender Künstler. Seit 1998 lebte und arbeitete er in Bad Orb.
Was kennzeichnet Helmut Jahns Malerei?
Kräftige Farbe, gestischer Auftrag und ein Wechsel zwischen Zeichnung, Malerei, Objekt und raumgreifender Anordnung prägen das überlieferte Werk. Der Main-Kinzig-Kreis würdigte besonders seine großen abstrakt-expressiven Arbeiten. Die Einordnung einzelner Werke bleibt an die vorhandenen Quellen gebunden.
Was ist der „Augengarten“?
„Augengarten“ ist ein dokumentiertes Monumentalwerk von 7 × 32 Metern. Es wurde 2002 im Kontext der Landesgartenschau Hanau und 2003 im Frankfurter Hauptbahnhof gezeigt.
Arbeitete Helmut Jahn nur als Maler?
Nein. Der Nachlass umfasst neben Malerei auch Grafik, Zeichnungen, Objekte, Texte und dokumentarisches Material. Welche Arbeiten zu einer Serie oder einem konkreten Zusammenhang gehören, wird werkweise geprüft und transparent gekennzeichnet.
Welche Auszeichnung erhielt Helmut Jahn?
2008 erhielt Helmut Jahn den Kulturpreis des Main-Kinzig-Kreises für sein künstlerisches Lebenswerk.

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